Die Preise für Top-Wohnimmobilien sind im ersten Quartal 2012 in den wichtigsten Städten der Welt um 0,4 Prozent gefallen. Damit liegt der Prime Global Cities Index, den die internationale Immobilienberatung Knight Frank regelmäßig veröffentlicht, in der Betrachtung pro Quartal erstmals seit 2009 im Minus. Im Jahresvergleich verzeichnet er indes per Ende März ein Plus von 1,4 Prozent.
Schuldenkrise belastet Preisentwicklung
„Es ist keine Überraschung, dass der Index jüngst ins Negative drehte“, sagt Kate Everett-Allen aus dem internationalen Research für Wohnimmobilien bei Knight Frank. Seit dem ersten Quartal 2010 legte er pro Quartal um weniger als zwei Prozent zu, und in 2011 summierte sich das Plus auf durchschnittlich 0,6 Prozent. Im ersten Quartal 2012 gab es keine neuen Impulse. Die Schuldenkrise in der Eurozone dominierte unverändert das Wirtschaftsleben, und mit Russland, Frankreich und Griechenland standen mehrere kritische Wahlen an.
Die Abkühlungsmaßnahmen in Asien sind zwar effektiv, aber die Lage ist noch nicht entspannt. Vor diesem Hintergrund haben viele Interessenten für Luxuswohnimmobilien die Märkte beobachtet, aber nicht investiert, meinen die Experten von Knight Frank. Trotz der insgesamt niedrigen Durchschnittsperformance konnten vier wichtige Märkte im Jahresvergleich zweistelliges Wachstum verzeichnen: Nairobi (24,2 Prozent), Jakarta (14,3 Prozent), Miami (13,9 Prozent) und London (11,3 Prozent). „Am meisten erstaunt, dass die fünf Bestperformer in vier verschiedenen Kontinenten liegen“, hebt Everett-Allen hervor. Insgesamt haben die Preise für Top-Wohnimmobilien an den von Knight Frank untersuchten Standorten in Nordamerika um 7,7 Prozent zugelegt. Im Asiatisch-Pazifischen Raum (-2,5 Prozent), Europa (-3,4 Prozent) und dem Nahen Osten (-3,9 Prozent) lag das Ergebnis im negativen Bereich.
Erhöhung der Grundstückstransaktionssteuer lässt Investoren kalt
London und Singapur haben vor dem Hintergrund der Erhöhung der Grundstückstransaktionssteuer (Stamp duty) im ersten Quartal 2012 ihre hohe Attraktivität bewiesen. Obwohl im März die Stamp duty in Großbritannien auf sieben Prozent für Privatpersonen und auf 15 Prozent für nicht-natürliche Personen erhöht wurde, sind die Preise und die Zahl der Gesuche für Luxuswohnimmobilien in einem Wert von mehr als zwei Millionen Pfund – ab diesem Betrag greift die Steuer – in London gestiegen. In Singapur hat die im Dezember 2011 neu eingeführte Steuer für Ausländer zwar die Nachfrage, nicht aber die Preise gedrosselt. Neben Inländern haben vermögende Chinesen, Indonesier und Inder trotzdem weiter ins oberste Marktsegment investiert.
Laut Knight Frank werden die Preise für Top-Wohnimmobilien in den beliebtesten Städten der Welt 2012 nur marginal schwanken. In London, Moskau, Jakarta, Nairobi und Singapur sind die stärksten Steigerungen zu erwarten. „Es sieht nicht danach aus, dass die Preisspitze erreicht ist und nun der Abstieg folgt“, kommentiert Everett-Allen. „Immobilien als sicherer Hafen für die Geldanlage sind nach wir vor sehr gefragt. Die Kapitalflucht hält an, Städte mit geringen politischen Risiken, transparentem Rechtssystem, hoher Sicherheit und mit möglichst geringen Steuerlasten für die Reichen sind die Gewinner.“
Quelle Fondsprofessionell