Die Entwicklung in den Schwellenländern für dieses Jahr – vor allem die kurzfristige – ist sehr schwierig vorzusagen, weil es zahlreiche Konstellationen gibt, die jedoch alle maßgeblich von äußeren Makro-Einflüssen abhängen. So lautet das Fazit von Allan Conway, Leiter Aktien Schwellenländer beim britischen Vermögensverwalter Schroders, in einem aktuellen Marktkommentar zur Lage der Emerging Markets. Die größte Gefahr gehe dabei weiterhin von Europa aus, wo die Politik das Euro-Projekt bisher nicht in den Griff bekommen hat. Der Ausgang hier sei völlig offen.
Eine Analyse der Fundamentaldaten in den Schwellenmärkten zeige allerdings, dass die dortigen Aktienkurse bereits zahlreiche schlechte Nachrichten vorwegnehmen. Sollte Europa also Fortschritte bei der Lösung seiner Krise erzielen, dürften die Schwellenmärkte seiner Meinung nach kräftig zulegen. In der Vergangenheit haben Schwellenmärkte bei einer derart günstigen Bewertung in den folgenden zwölf Monaten um 60 bis 75 Prozent zugelegt. Selbst in einem Worst-Case-Szenario geht er in den Schwellenmärkten lediglich von einem Rückgang von rund 20 bis 30 Prozent aus. Damit würde der MSCI Emerging Markets Index immer noch im Bereich seines langfristigen Durchschnitts notieren.
Sollte die Eurozone auseinanderbrechen, würden allerdings alle Aktienmärkte so gut wie sicher nachgeben, auch die Schwellenmärkte. Dies wäre nach Meinung von Conway allerdings eine hervorragende Kaufgelegenheit für langfristig orientierte Anleger.
Quelle:FONDS professionell