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 "Die Zukunftsmusik spielt in den Schwellenländern"

Anastassios Frangulidis, Chefökonom der Zürcher Kantonalbank

Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG lud zu einem "Jahresausblick 2012" ins Wiener Radisson Blu Palais Hotel. Anastassios Frangulidis, Chefökonom der Zürcher Kantonalbank, gab vor mehr als 120 Gästen seine nicht allzu rosige Einschätzungen für den europäischen Wirtschaftsraum ab: "Die Euro-Krise wird uns im Jahr 2012 noch durchgehend beschäftigen, Europa steht vor einer Rezession, die Zukunft findet aus heutiger Sicht in den Schwellenländern statt." In der Euro-Krise sieht der gebürtige Grieche viel mehr als eine reine Schuldenkrise der einzelnen Staaten. "Sie ist Ausdruck der im letzten Jahrzehnt entstandenen makroökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der europäischen Währungsunion", meint Frangulidis. Für Anleger sieht der Experte attraktive Renditechancen in Unternehmensanleihen und Gold.

Arbeitskosten in südeuropäischen Ländern reduzieren
Während viele südeuropäische Länder seit dem Euro-Start im Jahr 1999 klar an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hätten, seien die Löhne beispielsweise in Deutschland deutlich weniger stark angestiegen als die Arbeitsproduktivität. "Genau das macht die deutschen Unternehmen so erfolgreich. Eine Reduktion der Arbeitskosten ist in Griechenland, Portugal, Italien und Spanien kurzfristig auch die einzige Möglichkeit, die hohen Leistungsbilanzdefizite umgehend abzubauen", erklärt der Anlagestratege.

Während Europa auf eine Phase der Rezession zusteuere, sieht der Ökonom in den USA erste Anzeichen einer Stabilisierung der Konjunktur. "Die Zukunftsmusik spielt aber in den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indonesien, Mehr als die Hälfte des globalen BIP-Wachstums kommt bereits von den Schwellenländern. Und ihr Beitrag nimmt stetig zu", so Frangulidis.

Ausblick 2012: Viele Risiken, viele Chancen
Christian Nemeth, Leiter Asset Management und Chief Investment Officer (CIO) der Zürcher Kantonalbank Österreich, rät zu einer "opportunistisch-chancenorientierten" Ausrichtung des Anlageportfolios: "Chancen an den Kapitalmärkten zu nutzen, ohne dabei das Risiko aus den Augen zu verlieren, wird für den mittelfristigen Anlageerfolg entscheidend sein." Momentan seien noch relativ geringe Diversifikationsmöglichkeiten vorhanden. "Diese konsequent auszunutzen ist im derzeitigen volatilen Umfeld sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt besonders wichtig", so Nemeth.

Frangulidis sieht auch in Gold weiterhin attraktive Chancen, da das Edelmetall von der sehr expansiven Geldpolitik und den Risiken im Zusammenhang mit den Staatsfinanzen vieler westlichen Staaten profitiere. Gute Möglichkeiten bieten auch Aktien "Die sehe ich im Moment eher unterbewertet, die Gewinne gut aufgestellter Unternehmen sind in den letzten Jahren stärker gestiegen als die Aktienpreise", so der Experte abschließend.


Quelle:FONDS professionell

 

 
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